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Einwände ernst nehmen

Glaube wird nicht stärker, wenn er Fragen ausweicht. Manche Einwände sind schmerzhaft. Manche sind klug. Sie verdienen ruhige Antworten.

Die Wissenschaft erklärt doch alles.

Wissenschaft erklärt Vorgänge in der Welt. Die Gottesfrage fragt nach Ursprung, Sinn, Grund und Ziel der Wirklichkeit. Beides muss nicht konkurrieren.

Gott ist nur Wunschdenken.

Wünsche können täuschen. Aber auch der Verdacht des Wunschdenkens beweist nichts. Die Frage ist, ob die Sehnsucht des Menschen auf Wahrheit hin offen ist.

Ohne Gott kann man doch moralisch sein.

Ja. Die Frage ist nicht, ob Nichtglaubende moralisch handeln können. Die Frage ist, worauf objektive Moral letztlich gründet.

Religion verursacht Gewalt.

Religion kann missbraucht werden. Auch Ideologien ohne Gott können Gewalt hervorbringen. Entscheidend ist, ob der Glaube selbst zur Liebe, Wahrheit und Umkehr ruft.

Die Kirche ist unglaubwürdig.

Kirchliche Schuld ist real und darf nicht beschönigt werden. Aber Christus hat von Anfang an keine Gemeinschaft der Makellosen gegründet. In seinen engsten Kreis berief er Petrus, der ihn verleugnete, Thomas, der zweifelte, Jakobus und Johannes mit ihrem Ehrgeiz, Matthäus den Zöllner und sogar Judas. Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken. Gerade dass die Kirche aus bedürftigen Sündern besteht und dennoch seit zweitausend Jahren Christus, Sakramente, Schrift, Heilige und Umkehr trägt, macht sie auf paradoxe Weise glaubwürdig.

Ich kann nicht glauben.

Glaube ist nicht bloß Willenskraft. Man darf mit einem ehrlichen Nicht-Können beginnen: Gott, wenn es dich gibt, hilf mir.

Alle Religionen behaupten etwas anderes.

Das ist ein Grund zum Prüfen, nicht zum Wegwischen. Das Christentum stellt eine konkrete Frage: Wer ist Jesus Christus?

Warum lässt Gott Leid zu?

Keine schnelle Antwort. Das Christentum antwortet zuerst mit dem Kreuz: Gott bleibt dem Leid nicht fern.