Zum Inhalt springen

Spur 7

Die Spur des Bewusstseins

Warum gibt es ein inneres Erleben?

Eine Kerze spiegelt sich in dunklem Wasser.

Die Frage

Warum gibt es ein inneres Erleben?

Der Gedanke

Wir sehen nicht nur Farben. Wir erleben sie. Wir funktionieren nicht nur. Wir haben eine Innenperspektive. Da ist ein Ich, dem die Welt erscheint und das sich selbst fragen kann, warum es überhaupt fragt.

Was dieser Gedanke nahelegt

Gehirnprozesse sind real. Aber die Frage bleibt: Warum gibt es subjektives Erleben? Warum fühlt sich Schmerz nach Schmerz an? Warum gibt es Freude, Erinnerung, Selbstbewusstsein, Staunen? Der Mensch ist nicht nur ein Vorgang, der von außen beschrieben werden kann. Er ist jemand, der von innen her fragt, liebt, leidet, hofft und sich selbst erkennt.

Ein ehrlicher Einwand

Bewusstsein ist einfach ein Produkt des Gehirns.

Eine Antwort

Das Gehirn ist offensichtlich beteiligt. Wer Gehirnverletzungen, Schlaf, Krankheit oder Entwicklung ausblendet, redet naiv über Bewusstsein. Aber beteiligt ist nicht dasselbe wie vollständig erklärt. Eine Beschreibung von neuronalen Abläufen kann zeigen, was im Gehirn geschieht, wenn jemand rot sieht, Schmerz fühlt oder sich erinnert. Sie ist wichtig. Doch sie ist nicht schon dasselbe wie das Erleben selbst. Die harte Frage bleibt: Warum gibt es überhaupt eine Innenperspektive und nicht nur Vorgänge ohne jemanden, dem sie erscheinen?

Katholische Vertiefung

Der Mensch ist nicht bloß Materie in Bewegung. Er ist Person: leiblich, verletzlich, geschichtlich und doch auf Wahrheit, Liebe und Gott hin offen. Die christliche Sicht spricht von Seele nicht als einem zweiten Ding im Körper, sondern als dem geistigen Lebensprinzip des Menschen. Darum ist das Ich nicht Illusion, sondern ein gerufener Mensch vor Gott.

Eine Frage an dich

Was bedeutet es, dass du nicht nur existierst, sondern dich selbst als existierend erfährst?

Kurz erklärt

Alle Begriffe im Glossar