Spur 4
Die Spur der Feinabstimmung
Warum ist Leben überhaupt möglich?
Die Frage
Warum ist Leben überhaupt möglich?
Der Gedanke
Je genauer man hinsieht, desto weniger wirkt Leben wie etwas Selbstverständliches. Unser Universum besitzt Bedingungen, unter denen Leben möglich ist. Viele Grundlagen wirken erstaunlich fein aufeinander abgestimmt: Kräfte, Teilchen, Sterne, Elemente, Wasser, Zeit und stabile Räume, in denen Leben wachsen kann.
Was dieser Gedanke nahelegt
Die Lebensfreundlichkeit der Welt ist erklärungsbedürftig. Sie liegt nicht nur in Konstanten und Naturgesetzen. Sie zeigt sich auch in einer langen Geschichte: Sterne mussten Elemente hervorbringen, aus Staub mussten Planeten werden, Wasser und Atmosphäre mussten bleiben, der Mond stabilisiert die Erde, die geneigte Erdachse ermöglicht Jahreszeiten, Vulkanismus und Klima hielten die Erde immer wieder bewohnbar. Manches davon entstand durch Ereignisse, die im Augenblick wie reine Zerstörung wirken. Gerade das macht die Frage nach dem Zufall schärfer: Wie kommt es, dass eine so zerbrechliche Kette nicht nur weiterläuft, sondern am Ende einen Raum öffnet, in dem Leben, Bewusstsein und Liebe möglich werden?
Ein ehrlicher Einwand
Ein Multiversum könnte erklären, warum wir in einem lebensfreundlichen Universum sind.
Eine Antwort
Vielleicht. Ein Multiversum kann eine statistische Erklärung anbieten. Aber auch dann bleibt die Frage, warum es überhaupt einen solchen Möglichkeitsraum gibt und warum daraus ein Kosmos hervorgeht, in dem eine so verletzliche Lebensgeschichte tatsächlich stattfinden kann.
Katholische Vertiefung
Schöpfung meint nicht nur Funktionalität, sondern Güte. Die Welt ist nicht bloß benutzbar, sondern bewohnbar: ein empfangener Lebensraum, der Dankbarkeit wecken kann.
Eine Frage an dich
Ist es selbstverständlich, dass es eine Welt gibt, in der Leben, Denken und Liebe möglich sind?