Spur 14
Die Spur der Freiheit
Warum erleben wir uns als verantwortlich?
Die Frage
Warum erleben wir uns als verantwortlich?
Der Gedanke
Wir sagen: Ich hätte anders handeln sollen. Ich bin verantwortlich. Ich kann neu anfangen. Diese Sätze gehören zum Innersten des menschlichen Lebens. Wir loben Treue, bereuen Verrat, bitten um und hoffen, dass ein Mensch mehr sein kann als seine Impulse.
Was dieser Gedanke nahelegt
Verantwortung setzt voraus, dass der Mensch nicht bloß ein Ablaufprogramm ist. Freiheit ist nicht grenzenlose Wahl und nicht die Abwesenheit jeder Grenze. Sie ist die Fähigkeit, das Gute zu erkennen und ihm zu antworten, auch wenn Trägheit, Angst oder Gewohnheit in eine andere Richtung ziehen.
Ein ehrlicher Einwand
Vielleicht ist Freiheit nur ein Gefühl.
Eine Antwort
Dann wären Schuld, , Treue, Umkehr und Liebe schwer zu verstehen. Natürlich ist der Mensch geprägt: durch Leib, Geschichte, Verletzungen, Erziehung und Umstände. Aber Prägung ist nicht dasselbe wie völlige Festlegung. Unser ganzes moralisches Leben setzt voraus, dass der Mensch antworten kann, auch wenn diese Freiheit verwundet, begrenzt und angewiesen bleibt.
Katholische Vertiefung
Der Mensch ist zur Freiheit berufen. Diese Freiheit meint nicht Willkür, sondern die Fähigkeit zur Liebe. In katholischer Sicht macht den Menschen nicht weniger frei, sondern tiefer frei: frei von der Herrschaft der , frei zur Wahrheit, frei zur Hingabe. Freiheit findet ihr Ziel nicht im bloßen Wählen, sondern im Guten.
Eine Frage an dich
Wann hast du zuletzt gespürt, dass du nicht nur reagieren, sondern antworten kannst?